Bonn - eine deutsche Stadt, deren Geschichte bis weit in die Altsteinzeit reicht. Bereits älter als zwölftausend Jahre soll Bonn schon sein, was archäologische Funde belegen.

Zum ersten Mal wurde "Bonna" von Florus, dem damaligen römischen Geschichtsschreiber, im Zeitraum zwischen 13 und 9 vor Christus erwähnt. Zur selben Zeit befand sich zwischen der neuzeitlichen Rathausgasse und der St. Remigiuskirche ein römisches Kastell. Ungefähr im Jahr 69 nach Christus fand dieses Kastell jedoch durch die Zerstörung römischer Hilfstruppen sein Ende. Da das "Baugewerbe" zu jener Zeit jedoch wohl einen wahren altertümlichen Bauboom erlebte, blieb auch nicht aus, dass zur selben Zeit in Bonn bereits die ersten christlichen Gemeinden entstanden.

Die fränkische Zeit im Rheinland erlebte ihre Anfänge um 458, nach dem endgültigen Zusammenbruch des Römischen Reiches. "Castrum Bonna" (bedeutet so viel wie Bonnburg) nannten die Franken das alte römische Lager noch bis ins späte neunte Jahrhundert. Im Laufe der Zeit war die Bonnburg jedoch nicht mehr so bedeutungsvoll wie einst, und so gelang es den Normannen zwischen 881 und 882, dieses Wahrzeichen erneut zu zerstören. Durch die Teilung des karolingischen Imperiums entstand 925 das Deutsche Reich.

Spuren, die das Mittelalter hinterließ, sind auch heute nicht zu übersehen, wie beispielsweise die Weihung der Doppelkirche in Schwarzrheindorf im Jahr 1151. Mit dem Bau der Godesberg wurde 1210 begonnen, und auf Anordnung des Erzbischofs Konrad von Hochstaden wurde im Jahr 1244 der Bau einer Stadtmauer in Angriff genommen. Immer noch sind ihre drei bedeutendsten Stadttore erhalten: das Kölntor, das Sterntor und das Strockentor.

Etwa 1348 wütete die damals von allen Menschen zu Recht so gefürchtete Pest in der Stadt, die hierdurch sowohl in Entwicklung als auch in wirtschaftlicher Hinsicht wieder weit zurückgeworfen wurde.

Der "Truchseßche Krieg", welcher von 1583 bis 1588 dauerte, leitete die Regierungszeit der Kölner Kurfürsten ein. Als Sieger ging Ernst von Bayern hervor der mit Beginn seiner Regentschaft eine Folge der Wittelsbacher Kurfürsten einleitete. Sie regierten noch bis 1761.

Kam Bonn während des Dreißigjährigen Krieges noch ohne nennenswerte Schäden davon, sollte im Jahr 1689 seine Stunde endgültig geschlagen haben, denn im Niederländischen Krieg wurde sie fast völlig zerstört. Der Wiederaufbau der Stadt begann unter dem Kurfürsten Joseph Clemens, der ebenfalls für die neue Residenz den Grundstein legte.

Für Bonn bedeutete das 18. Jahrhundert Frieden und Neuanfang hinsichtlich der unter Regie des Kurfürsten Clemens August durchgeführten Baumaßnahmen. Die baulichen Veränderungen des Poppelsdorfer Schlosses und der Kreuzbergkirche geschahen unter Mitwirkung von Clemens August. Außerdem veranlasste er den Bau des Rathauses.

Als Clemens August verstorben war, trat an seine Stelle Max Friedrich, "der Aufklärer", dessen erste Amtshandlung darin bestand, die unter Clemens August erbaute Akademie in den Stand einer Universität zu erheben. Max Friedrich verhalf während seiner Regentschaft der Stadt zu ihrer kulturellen Blütezeit. Ferner erklärte er Bad Godesburg, wo er auch die Redoute erbauen ließ, zum Kurort.

Von 1798 bis 1814 gehörte Bonn nach dem Einmarsch französischer Truppen zum französischen Staatsgebiet. Bonn wurde erst im Jahr 1815 preußisch. Große Bedeutung wurde der 1818 neu gegründeten Universität beigemessen, da hier viele prominente Studenten, wie Emanuel Geibel, Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen, Hoffmann von Fallersleben, Heinrich Heine und viele andere Persönlichkeiten ihr Studium aufnahmen. Popularität erreichten beispielsweise auch Bonner Professoren wie Heinrich Hertz, Georg Niebuhr, Wilhelm von Schlegel oder Ernst Moritz Arndt.

Eine große Besonderheit im 19. Jahrhundert dürfte im Jahr 1845 die Enthüllung des Beethovendenkmals auf dem Münsterplatz gewesen sein. Diesem Ereignis wohnten auch Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV und keine geringere als die englische Königin Victoria bei. Friedrich Wilhelm und Königin Victoria genossen dieses Spektakel vom Balkon des Fürstenbergischen Palais, welches heute als Hauptpost dient.

1898 begannen die Bauarbeiten für die erste feste Rheinbrücke, die später den Namen Kennedybrücke erhielt. Die Jahrhundertwende prägte, aufgrund der Besetzung durch alliierte Truppen, welche von 1918 bis 1926 dauerte, zunächst die Geschichte der Stadt.

Das berühmte Treffen zwischen Chamberlain und Hitler fand 1938 in Bad Godesberg statt.

Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile der Bonner Innenstadt und Beuels in den Jahren 1944 und 1945 durch Bombardements zerstört, daraufhin, im Jahr 1945, besetzten amerikanische Truppen die Stadt.

Der Bundestag bestätigte 1949 Bonn als provisorische Bundeshauptstadt. 2000 Jahre Bonn konnte man im Jahr 1989 feiern. Im Rahmen des Deutschen Einigungsvertrags wurde Bonn der Status der Hauptstadt aberkannt und Berlin wurde die neue Bundeshauptstadt. 1996 wurde Bonn zur ersten UN-Stadt Deutschlands.